Nach meinem von einem Radunfall geprägten Frankfurt-Debüt 2023 wollte ich es dieses Jahr in der Mainmetropole noch einmal wissen. Die Vorbereitung lief gut, doch pünktlich zur Rennwoche kam die 40 Grad-Hitzewelle. Bereits die letzten Trainingseinheiten waren entsprechend schweißtreibend.

Schon früh in der Woche kursierten erste Gerüchte, dass das Rennen eventuell abgesagt werden könnte. Am Freitagmittag kam dann zunächst die Nachricht, dass das parallel stattfindende Rennen in Nizza gestrichen wurde. Kurz darauf folgte die offizielle Information: In Frankfurt würde es eine verkürzte Renndistanz geben. Ein erster mentaler Dämpfer – ich hatte eigentlich auf eine neue Bestzeit und den Angriff auf die 9-Stunden-Marke abgezielt.

Statt der klassischen Ironman-Distanz hieß es nun 3,8 km Schwimmen, 125 km Radfahren und einen Halbmarathon.

 

Rennvorbereitung und Bedingungen

Der Shuttle zum Bike Check-in am Samstag gestaltete sich aufgrund von Stau als langwierig. Dort angekommen brachte ein kurzer Sprung in den Langener Waldsee zumindest eine, wenn auch sehr kleine, Abkühlung bei 29 Grad Wassertemperatur, bevor es zurück nach Frankfurt ging.

Der Rennmorgen begann früh um 3:30 Uhr. Nach dem Frühstück ging es erneut per Shuttle zum See und anschließend zu Fuß in die Wechselzone. Die Vorbereitung lief insgesamt trotz starker Hitze reibungslos.

Schwimmen

Nach dem Start der Profis um 6:20 Uhr ging es für die Age Grouper ab 6:30 Uhr ins Wasser. Für mich ging es dann um 6:32 Uhr los. Bereits nach den ersten Zügen wurde klar, dass die Wassertemperatur von 29–30 Grad  der limitierende Faktor sein würde. 

Nach 1:04 Stunden kam ich aus dem Wasser – nicht in absoluter Bestzeit, aber unter den Bedingungen ein solides und kontrolliertes Schwimmen. Ab diesem Moment stand das komplette Rennen unter dem Motto: Kühlmanagement.

 

Ironman Frankfurt - Swim
Ironman Frankfurt - Bike

Radfahren

Direkt nach dem Wechsel zeigte mein Core-Sensor bereits 39,6 Grad Körpertemperatur. Mit konsequenter Kühlung und noch gefühlt moderaten Aussentemperaturen auf dem Abschnitt vom See Richtung Stadt konnte ich mich zunächst wieder stabilisieren.

Auf dem Rad fühlte sich die Leistung anfangs besser an als erwartet, sodass ich etwas über meinen geplanten Wattwerten lag. Nach der Anfahrt nach Frankfurt und der ersten Runde nahm ich bewusst etwas Druck raus, da die Thermoregulation zunehmend schwieriger wurde.

Zwischendurch sorgten feuchte Streckenabschnitte vermutlich für zusätzliche Schwüle. Auf der zweiten Runde wurde es durch die Vielzahl langsamerer Athleten zunehmend voller, unruhiger und auch gefährlicher, da teilweise wenig diszipliniert gefahren wurde.

Nach 3:11 Stunden (Ø 39,4 km/h) stellte ich mein Rad in der zweiten Wechselzone ab – und war ehrlich gesagt nicht unglücklich, nicht noch eine weitere Runde in der zunehmenden Hitze fahren zu müssen.

Laufen

Der zweite Wechsel war organisatorisch etwas umständlich: Nach dem man den Wechselbeutel vom Hacken genommen hatte und im Zelt seine Laufschuhe angezogen hat, musste man seinen Wechselbeutel gegen die Laufrichtung wieder an den Ständer zurück hängen und dann erneut durch das Zelt auf die Laufstrecke.

Die Strecke selbst begann vielversprechend – direkt nach 500 Metern ging es auf einen schattigen Abschnitt entlang eines Weges abseits der Straße gesäumt von vielen Bäumen. Dieser Vorteil hielt jedoch nicht lange an und schon bald war man wieder der vollen Sonne ausgesetzt.

Ab diesem Moment wurde jede Verpflegungsstelle zur Kühlstation: Wasser über Kopf und in den Mund, Eis in mein Eissäckchen für den Nacken, dazu so viel Flüssigkeit wie möglich.

Ironman Frankfurt - Run
Ironman Frankfurt - Run

Ich startete noch mit einer Pace von etwa 4:15–4:20 min/km, musste aber nach wenigen Kilometern feststellen, dass dieses Tempo unter den Voraussetzungen nicht haltbar war. Ich stabilisierte mich schließlich bei etwa 4:30 min/km und konzentrierte mich konsequent auf Kühlung und konstante Belastung.

Trotz der extremen Bedingungen war die Stimmung an der Strecke hervorragend. Besonders der Zielbereich am Frankfurter Römer war dicht von Zuschauern gesäumt. Nach 6:01 Stunden erreichte ich schließlich den roten Teppich im Ziel – und landete direkt danach erst einmal mit dem Kopf in der Eistonne.

Ironman Frankfurt - Run
Ironman Frankfurt - Run

Fazit

Mit dem Ergebnis bin ich insgesamt sehr zufrieden. Platz 13 in meiner Altersklasse, 72. Agegrouper und 117. in der Gesamtwertung (inklusive Profis) ist angesichts der extremen Hitze und der verkürzten Distanz ein gutes Resultat. Meine Leistung hätte am nächsten Tag sogar für einen erneuten Slot für die Weltmeisterschaft gereicht. Allerdings sind wir gar nicht erst zur Slot-Vergabe gegangen.

Wie die Saison weitergeht, ist aktuell noch offen. Viele Rennen sind bereits ausgebucht, aber ich hoffe, noch ein bis zwei Starts bis zum Herbst unterbringen zu können.