Nach dem Ironman Frankfurt bin ich durch die Streckenkürzung schneller als erwartet wieder in einen guten Trainingsrhythmus gekommen. Eigentlich war der Schaffhauser Triathlon bereits ausverkauft, aber als Nachrücker konnte ich noch einen Platz ergattern.

Wie immer konnte ich am Rennmorgen direkt mit dem Rad die zehn Kilometer bis in die Wechselzone fahren und meinen Wechselplatz einrichten. Da man beim Schaffhauser Triathlon keine Einschränkung macht, bis zu welcher Temperatur mit Neoprenanzug geschwommen werden darf, zwängte sich trotz 26,5 Grad Wassertemperatur jeder vor dem Start in seinen Neoprenanzug. Aufgrund des Niedrigwassers wurde zur Verwunderung aller Athleten von Land aus gestartet. Nach zwei bis drei Treppenstufen mussten zunächst ein bis zwei Meter über die Steine bewältigt werden, bevor es in den Rhein ging. Beim Sprung von der letzten Treppenstufe auf die Steine rammte ich mir an meinem ohnehin schon lädierten Fuß noch einen spitzen Stein in die Ferse, der im Laufe des Rennens noch zu einem ordentlichen Bluterguss führte. Im Wasser störten mich die Wehwehchen zunächst wenig. Nach einigen Metern in Führung überholte mich der am Ende schnellste Schwimmer, der mir aber bis auf ein paar Meter nicht enteilen konnte. Die unmittelbare Nähe zum Führungskajak sorgte für ein entspanntes Schwimmen.
Allerdings zog ich diverse Mitstreiter hinter mir her, die allesamt kein Interesse daran hatten, vorne zu schwimmen. Zudem nervte mich mein direkter Verfolger, da er mir ständig mit den Händen auf die Füße schlug, was in meiner Situation doppelt unangenehm war.
Beim Schwimmausstieg in Schaffhausen stieg ich mit etwa 50 Sekunden Rückstand auf den Führenden gemeinsam mit einer Gruppe von drei bis fünf anderen Athleten aus dem Wasser und machte mich auf den Weg in die Wechselzone.

 

Schaffhauser Triathlon - Swim
Schaffhauser Triathlon - Swim

Radfahren

Nach den ersten Rad-Kilometern Richtung Büsingen holten der spätere Zweitplatzierte und ich, den bis dahin Führenden ein und gingen auch direkt vorbei. In Führung liegend ging es anschließend den Anstieg nach Lohn hinauf, bei dem wir Zuwachs vom späteren Sieger bekamen.
Zu dritt fuhren wir dann bis Dörflingen in den zweiten Anstieg. Meine beiden Mitstreiter machten ordentlich Druck und ich hatte erste Schwierigkeiten, schmerzfrei ins Pedal zu treten. Bei Wattwerten deutlich über 300 Watt gab mir mein Fuß unmissverständlich zu verstehen, dass es so nicht weitergehen konnte. Ich verlor direkt an Boden und war ab der Abfahrt nach Dörflingen den Rest des Tages ziemlich alleine auf der Strecke.
Auf der zweiten Runde musste ich das Tempo dann mehr und mehr danach richten, was der Fuß zuließ. So kamen auf der zweiten Runde weitere fünf bis sechs Minuten Rückstand dazu.

 

Laufen

Beim Wechsel zum Laufen war ich unsicher, ob ich überhaupt laufen könnte. Die ersten Kilometer fühlten sich allerdings fast besser an als die letzten auf dem Rad. Das änderte sich jedoch bereits am Ende der ersten Runde und auf der zweiten Runde kamen erste Gedanken auf, ob ich das Rennen nicht besser abbrechen sollte.

Bis dahin verlor ich zwar noch den dritten Gesamtrang, wurde im Verhältnis zu den Verfolgern aber nicht langsamer und arrangierte mich mit den Schmerzen im Fuß. Als Gesamtvierter und Zweiter in der Altersklasse kam ich dann etwas über vier Stunden ins Ziel.

Auf der einen Seite bin ich etwas enttäuscht, dass ich nicht länger um den Sieg mitkämpfen konnte. Auf der anderen Seite war das unter diesen Vorzeichen das Maximum, das an so einem Tag herauszuholen war – und ich habe die Segel nicht vorzeitig gestrichen.

Das nächste Rennen steht eigentlich bereits in zwei Wochen beim Breisgau Triathlon in Malterdingen vor der Tür. Aktuell kann ich allerdings kaum auf meinen linken Fuß auftreten, was das Training in den nächsten Tagen erst einmal schwierig machen wird.

Schaffhauser Triathlon - Finish
Schaffhauser Triathlon - Finish