Mit dem Triathlon in Frauenfeld fiel für mich der Startschuss in die Saison 2026. Gleichzeitig wollte ich nochmal meine Form testen und die Abläufe im Rennen testen, ehe es in vier Wochen zum Ironman Frankfurt geht.
Der Auftakt im 50-Meter-Becken hatte es direkt in sich. Man sollte meinen 800 Meter schwimmen sollten mir keine Mühe machen. Es war dann doch etwas anderes als sonst. Es wurde geschlagen, gestoßen und getunkt. Brust, Kraul und Rücken – gefühlt wurde kreuz und quer geschwommen.
An ein sauberes Rhythmusfinden war kaum zu denken. Stattdessen hieß es immer wieder ausweichen, Platz suchen und versuchen, den eigenen Zug beizubehalten. Ich war froh, als ich aus dem Haifischbecken draussen war und in die Wechselzone laufen konnte.
Wechsel 1: Luft nach oben
Der erste Wechsel verlief wie erwartet noch etwas holprig. Genau deshalb hatte ich mich aber bewusst für diesen Wettkampf entschieden. Vor dem Saisonhöhepunkt in Frankfurt wollte ich nochmal Wettkampfluft schnuppern, da das letzte Rennen bei der Ironman WM in Nizza auch schon fast neun Monate her ist.
Radfahren: Druck auf dem Pedal
Auf dem Rad wollte ich von Beginn an Tempo machen. Die Strecke in und um Frauenfeld war anspruchsvoll und kannte eigentlich nur zwei Richtungen: bergauf oder bergab.
Ich fand schnell meinen Rhythmus und konnte über die gesamte Stunde konstant mein Tempo fahren. Zufrieden mit der Radleistung machte ich mich auf in die Wechselzone und für den letzten Wechsel zum Laufen.
Das Laufen: Vier Runden durch Frauenfeld
Der Lauf begann vielversprechend. Ich konnte von Anfang an ein gutes Tempo anschlagen und war kontrolliert unterwegs. Ab der dritten Runde merkte ich aber das vermehrte schwüle Wetter.
Vor allem auf der dritten von vier Runden musste ich etwas Tempo herausnehmen. Trotzdem bin ich mit meiner Laufleistung zufrieden.
Mit dem Altersklassen Sieg und einem 5. Gesamtplatz kam ich dann ins Ziel. Jetzt steht noch einmal ein letzter intensiver Belastungsblock an, bevor die Umfänge reduziert werden und der Fokus vollständig auf den Ironman Frankfurt gerichtet wird.
Der zweite Wechsel und der Marathon
Beim Abstieg an der Promenade des Anglais kam jedoch der Schock: Ich hatte erhebliche Probleme, in die Streckung zu kommen und konnte kaum ein Bein vors andere setzen. In gebückter Haltung schlürfte ich in die Wechselzone. Erst nach dem Wechsel in die Laufschuhe und kurzen Dehnübungen des Rückens konnte ich den Marathon beginnen.
Zwar spürte ich weiterhin eine starke Spannung im Rücken, fand aber mein Renntempo und hoffte, dass es nach ein paar Kilometern besser werden würde. Die Laufstrecke war flach und bestand aus vier Runden hin zum Flughafen und zurück in die Stadt.
Doch bereits vor dem U-Turn am Flughafen musste ich erneut anhalten und versuchen, die Rückenspannung in den Griff zu bekommen – diesmal ohne Erfolg. Dazu kamen Beine, die sich immer schwerer anfühlten. Vermutlich führte mein „krummer Laufstil“ durch die Rückenprobleme zusätzlich zu müden Beinen. Das war besonders bitter, da ich mir gerade im Laufen dieses Jahr einiges ausgerechnet hatte.
Am Ende der ersten Runde gab mir meine Familie – vor allem das Strahlen meiner beiden Kinder – wieder Mut für die nächsten Kilometer. Doch auch in Runde zwei konnte ich nicht zulegen und ich fürchtete schon, dass die zweite Marathon-Hälfte zu einem Wandertag werden könnte.
Zum Glück wurde ich in der dritten Runde nicht langsamer und konnte wenigstens das langsame Tempo halten. Die letzte Runde zog sich dennoch wie Kaugummi. Neben dem schmerzenden Rücken und schweren Beinen machte nun auch mein Magen langsam schlapp. Mit kleinen mentalen Tricks wie „nur noch die halbe Hausrunde“ oder „das sind nur noch 5 km von Ort XY nach Hause“ hielt ich mich in Bewegung.